Mit Erasmus+ in Athen

Mit Erasmus+ in Athen

Demokratie – Jetzt!

Sich vom 30.03.2026 – 03.04.2026 in Athen über Demokratie fortzubilden, war wohl das passendste Geschenk für demokratieinteressierte Lehrkräfte.

Tatsächlich war der Kurs bei P.E.T.R.A. basisdemokratisch aufgebaut und alle Interessentinnen und Interessenten konnten sich jederzeit in den Seminarverlauf konstruktiv einklinken. Es war ein Bad der Selbstwirksamkeit im kollektiven Austausch mit vielen deutschen, aber auch europäischen Kolleginnen und Kollegen.

Im Seminar selbst lag neugierige Austauschbereitschaft in der Luft und Einblicke in verschiedene Schularten in ganz Deutschland, Litauen und Griechenland zu bekommen, war extrem interessant. Ob der vielen Lehrkräfte aus gut 10 Bundesländern der Republik gab es einen pluriperspektivischen Blick ins deutsche Bildungssystem. Ebenso gab es einen Vergleich mit dem zentralistisch angelegten Bildungssystem in Griechenland, in der die Lehrmittelfreiheit ein unbekannter Mythos ist. Zurzeit müssten in puncto Demokratie ein paar Eulen nach Athen getragen werden.

Erschreckend war es wahrzunehmen, dass griechische Eltern in Ermangelung an staatlichen Bildungseinrichtungen für ihre Kinder tief in die Tasche greifen müssen, um die Kurse an privaten Bildungsinstituten zu bezahlen, damit die staatlichen Prüfungen überhaupt geschafft werden können. Die griechischen Schulen: 6 Jahre Primarstufe, 3 Jahre Gymnasium (Gesamtschule) und 3 Jahre Lyzeum haben bei weitem nicht genug Lehrkräfte, um die Schülerinnen und Schüler auf die jeweils abschließenden Prüfungen vorzubereiten – Schuljahresanfänge ohne Lehrkräfte und Unterrichtsausfall stehen auf der Tagesordnung – landesweit und auch in der Hauptstadt Athen.

Fassungslosigkeit erreicht das eigene Bewusstsein und die Vorstellungskraft gerät an ihre Grenzen, da das Scherbengericht am Bema-Platz offensichtlich heutzutage keine Wirkung mehr hat. Zum Davonlaufen…

Doch die Hoffnung bzw. die Demokratie stirbt bekanntlich zuletzt. Die 4 Säulen der Demokratie sind nicht nachhaltig geschädigt. Medien berichten weiterhin, die Politik reagiert und die künstlerische Freiheit verschafft der Öffentlichkeit dialektische Streetart und Vorfreude auf Optimismus. Musik und von der Stadt Athen versorgte Straßenkatzen sind auch mit von der Partie.

Um nochmals auf den Kurs zu sprechen zu kommen: Die Kursleiterin hat es geschafft, die Demokratie im Seminarraum und in den Aufgaben an verschiedenen Orten in Athen stattfinden zu lassen. Die Methodenvielfalt und die Informationsdichte zum Thema waren fulminant und fundiert. Die Zeit hat sich gelohnt und klingt immer noch im Reflektieren über die Demokratie nach.

Daniela Sautter

 

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