Aufgeregt waren sie größtenteils schon, die Umweltbotschafter aus der Metallabteilung, als sie unter der Regie von Herrn Majlath mit Laptop und Beamer in zahlreiche fachfremde Klassen ausströmten. Ihre Mission war es, die Funktionsweise und Bedienung eines Heizkörper-Thermostatventils dem Laien begreiflich zu machen.
Thermostatische Heizkörperventile (THV) leisten einen wichtigen Beitrag zum sparsamen Betrieb einer Heizungsanlage und sind deswegen sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben (falls keine andere Einzelraumtemperaturregelung vorhanden ist). Sie begrenzen selbsttätig die Wärmeabgabe eines Heizkörpers in Abhängigkeit von der Raumtemperatur. Eine Erhöhung der Raumtemperatur um nur ein einziges Grad steigert den Energieverbrauch um 6 Prozent. Da kommen bei einer Schule mit so vielen Klassenzimmern einige Tausend Euro an Einsparmöglichkeiten im Jahr zusammen, ganz zu schweigen von der vermeidbaren Umweltbelastung. Voraussetzung für die volle Entfaltung der Wirksamkeit eines THV ist allerdings eine sachgemäße Bedienung.
Nun, was liegt da näher, als dass sich die Anlagenmechaniker, die wir an unserer Schule schließlich ausbilden und zu deren Tätigkeiten nicht zuletzt auch die Energieberatung beim Kunden gehört, ihre Mitschüler in anderen Klassen besuchen, um sie in die Bedienung der THV in den Klassenräumen einzuweisen, zumal jeder auch zu Hause einen Nutzen von der richtigen Bedienung davontragen kann?
Dazu machten sich die Schüler der Anlagenmechaniker-Klasse zunächst einmal selbst schlau in Sachen „Funktionsweise und Bedienung von THV“, um anschließend nach einem festgelegten Terminplan auszuschwärmen. Für eine Präsentation waren im Schnitt 20 Minuten vorgesehen.
Im sphärischen Äther aus Inspiration, Präsentation und (verständlicherweise auch nervositätsbedingter) Transpiration erzielten die Aufklärer mit ihrer Mission ein veritables Ergebnis, das alle Erwartungen übertraf. Die Jungs von der Metallabteilung gaben dem Umweltgewissen richtig Zucker.
Besonders erfreulich war die Tatsache, dass die Energieberatung in manchen der besuchten Klassen so großen Anklang fand, dass die Fachleute oft weit über das eigentliche Projekt hinaus in angeregter Atmosphäre weiterführende Themen extemporieren mussten.
Damit die wichtigen Informationen auch dauerhaft erhalten bleiben, soll in jedem Klassenraum eine DIN-A4-Tafel mit Hinweisen und Tipps zur Bedienung der THV angebracht werden. Die Infos werden in Gruppenarbeit von der Klasse erarbeitet und über den besten Vorschlag abgestimmt.
Die große Zustimmung unter Schülern und Lehrern bestärkt die Absicht, das Projekt zu einer Dauereinrichtung an der Johannes-Gutenberg-Schule werden zu lassen.
